

arbeitsbesuch von richard deacon
Fast 10 Jahre nach seinem letzten Besuch kam Richard Deacon nach Nordhorn, um mit Galerieleiterin Veronika Olbrich erste Gespräche über ein Ersatzkunstwerk für sein kunstwegen-Projekt »One Step Two Step« (1992) zu führen. Die 2-teilige Arbeit, von der sich ein Teil in der Vechte am Neumarkt und das andere in der Vechte an der »Landspitze« befand, ist inzwischen nicht mehr reparabel. Eine der beiden Edelstahlplattformen versank vor vielen Jahren in den Tiefen der Vechte und konnte auch von Tauchern und Suchtrupps nicht wieder aufgefunden werden. Die zweite Plattform wurde im Sommer 2006 von einem Boot gerammt und aus der Verankerung gerissen. Nach einer langen Reise vom Neumarkt bis in die Nähe des Klosters Frenswegen wurde es zerkratzt und verbogen aus dem Wasser geborgen. Richard Deacon besichtigte nun zusammen mit Veronika Olbrich und den beiden neuen Regialoginnen Janna Askianaki und Verena Wißmann die ehemaligen Standorte der beiden Skulpturen. Das neue Kunstwerk soll diesmal auf stabilem Boden an der »LandspitzeQ aufgestellt und nicht wieder den Unwägbarkeiten des Wassers ausgesetzt werden.

dritter arbeitsbesuch von franka hörnschemeyer
In Neugnadenfeld wird zum Sommer 2011 eine weitere Station für kunstwegen errichtet. Historische Gedenkstätten und zeitgenössische Kunst formen hier eine Landschaft der Erinnerung. Mit einer überarbeiteten Planskizze ihrer akustischen Rauminstallation für Neugnadenfeld kam Franka Hörnschemeyer deshalb in die Grafschaft Bentheim. Unter blauem Himmel hat die Künstlerin mit Hammer, Holzstange und Flatterband sowie tatkräftiger Hilfe von Architekten und Assistenten die Ortslage neben dem russischen Friedhof in Grundzügen vorbereitet. Künftig werden dort neun Raumelemente im Zusammenspiel mit der Naturlandschaft errichtet. Auf die erfolgreiche Arbeit im Wäldchen folgten Gespräche im warmen Saal des Dorfgemeinschaftshauses.


frischluft-führung in neugnadenfeld
Insgesamt 17 Kunstinteressierte fanden sich am Sonntag, dem 21. November 2010, zur letzten frischluft-Führung des Jahres an der »Turf Cuppola« in Neugnadenfeld ein. Unter der Führung von Gudrun Borggreve erkundeten sie das Kunstwerk der schwedischen Künstlerin Ann-Sofi Sidén von außen und von innen. Vor dem Hintergrund der Lagervergangenheit Neugnadenfelds wurde das Thema Wahrnehmung und Beobachtung besonders beleuchtet. Im Anschluss daran konnten sich die Teilnehmer bei einer heißen Tasse Kaffee oder Tee im Kirchensaal der Herrnhuter Brüdergemeine aufwärmen. Dort erfuhren sie von Harald Siebörger noch allerhand Interessantes und Wissenswertes über die Geschichte der Herrnhuter in Neugnadenfeld.
Die Reihe der Frischluft-Führungen wird im kommenden Jahr fortgesetzt.
aktuelle »regialoginnen« an bord
Das Weiterbildungsprojekt »Regialog« arbeitet nunmehr in der elften Runde an der Schnittstelle zwischen Kultur und Tourismus. Von Oktober 2010 bis Mai 2011 kümmern sich Verena Wißmann und Ioanna Askianaki um kunstwegen.
verena wißmann, wurde 1981 in Celle geboren, hat Germanistik und Geschichte auf Magister in Osnabrück studiert und war danach unter anderem für die Klassik Stiftung Weimar tätig. Sie arbeitet seit Anfang Oktober 2010 im Rahmen von Regialog für die Städtische Galerie und unterstützt die Arbeit an dem Projekt kunstwegen im Rahmen von Führungen und Vermittlungsveranstaltungen, sowie bei der Öffentlichkeits- und Pressearbeit.
ioanna askianaki, geboren 1982 in Iraklio auf Kreta, studierte Politikwissenschaft an der Aristotelion Universität in Thessaloniki und Empirische Kulturwissenschaft am Ludwig-Uhland Institut der Eberhard Karl Universität Tübingen. Durch das Studienprojekt »Tü amo! Italienisches im Tübinger Alltag.« sowie durch die Arbeitsstelle in dem künstlerischen Verein »Kochlias« verfügt sie über praktische Erfahrungen im Ausstellungswesen. Für kunstwegen widmet sie sich jetzt der Kontrolle und Pflege der Kunstobjekte sowie der Erstellung einer neuen Frischluft-Führungsreihe.

neue faltkarte für kunstwegen und raumsichten
Das Reisebuch für kunstwegen ist ausverkauft und erscheint zur Eröffnung von raumsichten im Sommer 2011 als zweite, überarbeitete Auflage mit allen zusätzlichen Werken und Hintergrundinformationen.
In der Übergangszeit gibt es eine deutsch-niederländische Faltkarte mit Texten zu den Kunstwerken entlang der Vechte in Deutschland und den Niederlanden. Die Faltkarte ist kostenlos bei den touristischen Anlaufstellen der Region erhältlich oder kann bestellt werden unter www.kunstwegen.org und kontakt@kunstwegen.org.


skulptur von olav christopher jenssen erweitert kunstwegen
Seit dem 15. Juni 2010 bereichert die Skulptur »Lingaphone« des norwegischen Künstlers Olav Christopher Jenssen die grenzübergreifende Skulpturenroute kunstwegen. Sie ist ein Geschenk des Künstlers an die Stadt Nordhorn und stellt einen gebührenden Ausgleich für seinen 1999 aufgrund technischer Mängel abgebauten »City-Brunnen« dar, an den sich viele Grafschafter noch erinnern mögen.
Die neue Skulptur befindet sich in der Südgracht der Vechte im Stadtraum Nordhorn. 3,5 Tonnen schwer, 3,50 Meter hoch und 3 Meter breit, erinnert sie in ihrer Form an einen ornamentalen Scherenschnitt, ähnlich einer Schablone, die gleichsam auf die umgebende Landschaft gelegt werden kann und vielfältige Ein-, Aus- und Durchblicke gewährt.
Olav Christopher Jenssen gehört zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern skandinavischer Herkunft. Er war Teilnehmer an der documenta IX im Jahr 1992, ist aber nicht erst seitdem einem internationalen Publikum bekannt. Seine farbenprächtigen Gemälde und oftmals reduzierten, weißen Skulpturen gehen stets vom Organischen aus. Sie wirken verspielt und fröhlich, gleichzeitig aber höchst intensiv und eigenwillig.
kunstwegen wird mit raumsichten noch größer
Der Startschuss ist gefallen: In einer ambitionierten Kooperation des Landkreises Grafschaft Bentheim und der Stadt Nordhorn und großzügig finanziert mit Mitteln der EU, der Bundeskulturstiftung, der Sparkassenstiftung und weiterer Geldgeber wird bis zum Herbst 2010 das wegweisende Projekt raumsichten realisiert.
Die insgesamt acht neuen Skulpturprojekte werden auf der Basis eines innovativen Konzepts den Sammlungsbestand des offenen Museums kunstwegen noch einmal maßgeblich erweitern und die Route zugleich bis zur nordrhein-westfälischen Grenze erweitern.
raumsichten wird das Zusammengehen von künstlerischen und landschaftsgestalterischen Herangehensweisen in die Praxis konkreter regionaler Aufgabenstellungen umsetzen.
Während der zweijährigen Realisierungsphase wird auch zu völlig neuen Kooperationsformen gegriffen: Internationale Künstler und Experten aus Verwaltung und Planungspraxis erarbeiten gemeinsam Raumvisionen und sichten Raum. Teil des Erarbeitungsprozesses werden auch zwei interdisziplinäre Arbeitsforen sowie eine Ausstellung mit Projektvorschlägen in der Städtischen Galerie Nordhorn sein.
Damit bildet kunstwegen ein weiteres Mal den Rahmen für innovative und zukunftsweisende Konzepte einer Kunst im öffentlichen Raum, die sich mit konkreten Orten aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beschäftigt.
Mehr über Künstler, Zeitplanung und alle wichtigen Neuigkeiten erfahren Sie in den nächsten Wochen und Monaten an dieser Stelle.