bathorn

bathorn

Die historische Bedeutung Bathorns verbindet sich mit einem düsteren Kapitel deutscher Geschichte, denn die Moorkolonie in der Grafschaft Bentheim wurde während der NS-Zeit zum »Reichsarbeitslager« ausgebaut. Heute steht nur noch ein Gebäude des ehemaligen Kriegs- und Strafgefangenenlagers Bathorn: die alte Trafostation am Ortseingang.
Seit 1935 wurden in Bathorn zunächst dienstverpflichtete junge Männer für ein halbes Jahr zwecks Bodenkultivierung und Neulandgewinnung eingesetzt. Ab 1939 wurden jedoch ausschließlich Kriegsgefangene in den Barackenlagern interniert. Zeitzeugen berichten von menschenunwürdiger Behandlung der Gefangenen, die bei unzureichender Ernährung Schwerstarbeit verrichten mussten. Im Raum Emsland und der Grafschaft Bentheim gab es insgesamt 17 solcher Lager. Bis 1940 waren darin schätzungsweise 100.000, bis 1945 weitere 70.000 Männer inhaftiert. Insbesondere russische Kriegsgefangene waren brutaler Behandlung ausgesetzt, unter der viele von ihnen zu Tode kamen.
Nach Kriegsende wählten Mitglieder einer aus Schlesien vertriebenen pietistischen Brüdergemeine ganz bewusst jene Baracken des ehemaligen Nebenlagers Alexisdorf als neue Heimat. Nach dieser Geste und in Anlehnung an den oberschlesischen Ort Gnadenfeld hat die örtliche Kirchenleitung diese Ansiedlung »Neugnadenfeld« genannt.